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Und tschüß!

Spiel von Marlene Hoberg

Personen: 18 Ärzte verschiedener Arten und jeden Alters: Praktischer, Naturheil-, Nervenarzt, Facharzt für innere Krankheiten, Haut-, Kinder-, Zahnarzt, Herzfacharzt, HNO-, Röntgen-, Augen-, Frauenarzt, Gehirnspezialist, Orthopäde, Kassenarzt, Androloge, Sportarzt, Urologe.
Ort: Einige zusammengerückte Tische im Gasthaus.
Zeit: Ein Sommerabend.
Szene: Die Herren waren bei einem großen Ärztetreffen, haben miteinander zu Abend gegessen und bereits bezahlt. Noch sitzt man beisammen; als sich aber der Erste verabschiedet, brechen nacheinander auch alle Anderen auf.

Prakt. Arzt: (erhebt sich, fröhlich) So, der Abend ist praktisch vorbei, auf ein gesundes Wiedersehen allerseits; dann untersuchen wir die Speisekarte weiter. (bedächtig fort)

Naturheilarzt: Natürlich, natürlich! Allerdings stelle ich schon den Befund, daß der Salatteller und die Rohkostplatte das Beste sind. Damit verabreiche – eh, verabschiede ich mich. (enteilt)

Nervenarzt: (kräftig-dunkel) Dem schließe ich mich an. – Sprechen Sie sich ruhig auch in Zukunft wieder über alles aus, ganz locker und entspannt! (Verbeugung, trabt ab)

FA für innere Krankheiten: (zapplig) Ruhig Blut, ist schon gut, die Innereien haben mir auch garnicht
geschmeckt – aber wenn ich nach elf Uhr nach Hause komme, spielt meine Frau, die sonst ein Herzchen ist, die beleidigte Leber – Wurst, hahaha! (saust grußlos hinaus)

Hautarzt: Meine spricht dann nicht mehr mit mir, und diese Behandlung geht mir immer so unter die Haut. Besser, ich rück` ihr schnell auf die Pelle. – Habe die Ehre! (und schon ist er am Ausgang)

Kinderarzt: (sanft) Wer möchte in seiner Haut stecken? Man muß für alles Verständnis haben; das meiste schafft man mit Milde und Liebe. – Aber das "Schäfchenzählen" ruft, winkewinke, Kinder-chen! (schleicht sich)

Zahnarzt: Die hab` ich zwar noch nicht, die Kinderchen – aber immerhin treff` ich gleich noch meinen steilen Zahn, der dauernd um einen Theaterbesuch bohrt, da muß ich ein Loch füllen. Bevor ich mein Mädchen ziehen und mit ´nem Anderen ausgehen lasse,...

Herzfacharzt: Schönes Herzklopfen, was? "Harteklabastern", wie wir früher in Pommern sagten. – Meine innere Uhr zeigt auf Schrittmacher, adieu zusammen! (beide eilig von der Bildfläche)

HNO-Arzt: (ruft ihnen nach) Sperren Sie aber nochmal kurz die Ohren auf, sonst kriegen Sie was an den Hals, dafür habe ich eine Nase: Nach unserem nächsten Treffen, das heißt nach meiner Kur, hören wir voneinander, nicht wahr! (mit markigem Gang aus dem Raum)

Röntgenarzt: (rasch-ärgerlich) "Nicht wahr"? Selbstverständlich, wenn Sie nicht wollen... Alsdann – durchleuchtet war der Fall und Zustand ja von allen Seiten und in jeder Ebene. (flitzt hoicherhobeben Hauptes von der vermeintlichen Kampfstätte)

Augenarzt: Glasklar. Nehmen wir das ein anderes Mal wieder in Augenschein und unter die Lupe. – Meine Herren, man sieht sich! (wäre beinahe an der Tür vorbeigelaufen, ertastet die Klinke, draußen ist er!)

Frauenarzt: (trocken) Es sei denn, man hätte die Brille vergessen. (schaut auf die Uhr und erschrickt) Oh weh, meine Mutter ist daheim, sie erwartet ihren einzigen Sohn schon lange! (rennt hinterher)

Gehirnspezialist: (währenddessen) Aber doch sicher noch keine neun Monate! – Kopf hoch und Köpfchen-Köpfchen, mein Lieber! Freundliche Gedanken. Sie kommen noch früh genug zu spät, denken Sie daran! (zum Rest) Fahren Sie nur fort. (winkt in die Runde, trollt sich ganz gemütlich)

Orthopäde: (gähnt) Wohin? – Es hilft alles nichts, nach diesem Wirbel wollen meine Knochen sich ausruhen. Also Hals- und Beinbruch!(latscht nach hinten)

Kassenarzt: (entsetzt) Neinnein, aber nicht doch, im Gegenteil, ganz im Gegenteil! (schnell rückwärts zur Tür) Bitte bleiben Sie gesund! Versprochen? (forsch weg)

Androloge: Omannomannomann! Wird gemacht, der Herr, ein Mann, ein Wort, ich muß laufen! (tut es)

Sportarzt: Wo laufen Sie denn, wo laufen Sie denn? (Der Gefragte ist verschwunden. Zum Urologen) Wasser marsch, Herr Kollege, und immer schön in Bewegung bleiben, gell? (im Dauerlauf raus)

Urologe: (allein, fühlt sich überrumpelt) Weg ist die ganze Blase! Das kann einem richtig an die Nieren gehen, (seufzt) Ach, was soll` s, dann werd` ich mich eben verpissen! (verläßt das Sälchen)

Vorhang!

 

 
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