Leo Löwe ist ein kreativer Mann (so etwas gibts wirklich, meine Damen. Fragen Sie meine Frau. Sie wird es Ihnen bestätigen hoffe ich).
Also stelle ich mir vor, daß ich ein türkischer Hilfsarbeiter bin. Zwölf Jahre bin ich schon hier, und in der deutschen Sprache kann ich mich gut verständigen. Manchmal, wenn ich ein Wort nicht verstehe, frage ich freundlich nach. Es ist das Jahr 2005, der Hartz-Plan hat gegriffen.
Ich werde von meiner Firma entlassen, stelle ich mir vor. Der Betrieb muß schließen. Man gibt mir ein gutes Zeugnis und bedankt sich für die gute treue Zusammenarbeit. Ich begebe mich zu der Behörde, die früher Arbeitsamt hieß. Und nun stehe ich da und verstehe die Welt nicht mehr. Ich werde wohl eine neue Sprache lernen müssen.
Die »BA NEU«, das muß ich lernen, hat nun »JobCenter« und »KompetenzCenter« unter sich, bei denen eine »Quickvermittlung« durch Zugang zur »PSA« (Personal Service Agentur) oder ein Transfer ins »BridgeSystem« angestrebt werden kann; das setzt aber, wenn es gelingen soll, »JobFloater«, »ClusterBildung« und »Aktionsbudget« sowie »Personal Transparenz Controlling« voraus. Außerdem funktioniert der »Masterplan« nur, wenn die »Profis der Nation« mitmachen und die Medien sich »proaktiv« verhalten, sonst fällt am Ende auch ein »MiniJob« durch die Maschen der Hartz-»Module«.
Die erste Frage, die mir als Arbeitslosen gestellt wird, wenn ich die »Clearingstelle« des »AA neu« gefunden habe, wird dann lauten: Sprechen Sie Hartzisch?
Es mag sein, daß ich bei alledem die Energie verliere, mich arbeitslos zu melden. Insofern verspricht der »große Wurf«, den der jetzige Kanzler seiner Kommission bescheinigt, doch einen gewissen Erfolg.
Darüber freut sich ehrlich
Ihr Leo Löwe
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