Tag der deutschen Sprache im Hesse-Jahr: Mut zur deutschen Sprache (30.08.2002)
VDS befragt Kandidaten für den Deutschen Bundestag (14.08.2002)
Engleutsch zur Wahlkampfzeit: Liste von Politikerkauderwelsch (07.08.2002)
Weltweit große Nachfrage nach der deutschen Sprache (01.08.2002)
Schriftsteller Günter Kunert unterzeichnet Rechtschreib-Resolution (10.07.2002)
Rechtschreib-Resolution in der F. A. Z.! (18.06.2002)
Untersuchung: Berliner ABC-Schützen mit besorgniserregenden Sprachschwierigkeiten (12.06.2002)
@ Tag der deutschen Sprache im Hesse-Jahr: Mut zur deutschen Sprache
Es ist ein Fluch, in einem Volk als Dichter zu leben, das seine eigene Sprache nicht kennt, nicht liebt, nicht pflegt, nicht schützt. Hermann Hesse
30. 08. 2002 (hmn) Mut zur deutschen Sprache, der Grundlage unserer Kultur lautet in diesem Jahr der Leitspruch für den Tag der deutschen Sprache, der am 14. September stattfindet. Dieser Tag wird seit dem Europäischen Jahr der Sprachen alljährlich am zweiten Samstag im September begangen. Mit Dichterlesungen, Vorträgen und Informationsständen in vielen Städten der Bundesrepublik werben Mitglieder des Vereins Deutsche Sprache (VDS) für die am häufigsten gesprochene Muttersprache in Europa. Der Leitspruch ist Programm: Er soll bei allen Bürgern für den selbstbewußten und pfleglichen Umgang mit unserem wichtigsten Kulturgut, der deutschen Sprache, werben. Der Tag der deutschen Sprache fällt diesmal in ein Hermann-Hesse-Jubiläumsjahr. Die Deutsche Post hat zu diesem Ereignis einen Sonderstempel genehmigt, der in Calw geführt wird. Der VDS legt auch eine anlaßbezogene Sonderkarte auf, die mit der im Juli erschienenen Hesse-Briefmarke freigemacht und mit einem Sonderstempel abgestempelt ist.

Ansprechpartner für den Tag der deutschen Sprache: Heinz-Dieter Dey, Weserstraße 15, D-65479 Raunheim, Ruf 0049-(0)6142-43636, Ferndruck (Fax): -46060.
Wenn Sie an der Sonderstempelkarte interessiert sind, wenden Sie sich bitte an Hans-Manfred Niedetzky, Lärchenstraße 27, D-75331 Engelsbrand, Ferndruck (Fax) 0049-(0)7082-941588.
@ VDS befragt Kandidaten für den Deutschen Bundestag
14. 08. 2002 (vds) Mehr als 600 Kandidaten für den 15. Deutschen Bundestag erhalten dieser Tage Post vom Verein Deutsche Sprache (VDS), dem größten deutschen Sprachverein. Die Sprachfreunde erfragen unter anderem die Meinung der Politiker zu mehr Deutschunterricht in den Schulen, zur Rolle der deutschen Sprache in der Europäischen Union, oder zu einem umfassenden sprachlichen Verbraucherschutz. Es kann nicht sein, so VDS-Vorstandmitglied Prof. Dr. Hermann Dieter, der Leiter dieser Aktion, daß Produktbeschreibungen und Inhaltsangaben von in deutschen Geschäften verkauften Waren nur noch auf englisch vorliegen. Dadurch werden ganze Bevölkerungsgruppen vom sozialen Leben ausgegrenzt. Die Ergebnisse der Befragung sollen zum Tag der Deutschen Sprache am 14. September der Öffentlichkeit bekanntgegeben werden. Die DEUTSCHE SPRACHWELT, die größte deutsche Sprachzeitung, wird darüber berichten. Weitere Informationen erhalten Sie bei Prof. Dr. H. H. Dieter, Vorstandsmitglied des VDS, Ruf 0049-(0)33731-30730.
@ Engleutsch zur Wahlkampfzeit: Liste von Politikerkauderwelsch
07. 08. 2002 (dsw) Pünktlich zur heißen Phase des Wahlkampfes um den Deutschen Bundestag kann man jetzt im Netz eine fortlaufend ergänzte Aufstellung von Politikerkauderwelsch einsehen: www.deutsche-sprachwelt.de/sprachpanscher/politiker.shtml Eine Arbeitsgruppe des Vereins Deutsche Sprache unter der Leitung von Ursula Bomba hat diese Liste zusammengestellt. Quer durch alle Parteien ziehen sich die sprachlichen Fehltritte der Politiker. Sei es das Plakat Girls in Motion der CSU-Ministerin Monika Hohlmeier, das für den Mädchensport wirbt; sei es das im Netz kundgetane Motto von FDP-Generalsekretärin Cornelia Pieper, Just do it, sei es die Aktion Fit Kid der grünen Verbraucherschutzministerin Renate Künast, die sich gegen Übergewicht bei Kindern wendet, sei es die Formel von Deutschland als Lead-Nation, die Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) verbreitet. Aber es gibt auch Erfolge; so konnte das Wahlkampf-Headquarter des CSU-Kanzlerkandidaten Stoiber aufgrund von heftigem Sprachschützerprotest abgewendet werden. So erhoffen sich die Freunde der deutschen Sprache von der Veröffentlichung der Liste einen bewußteren Umgang der Volksvertreter mit der Sprache des Volkes. Weitere Beispiele für Politikerkauderwelsch können Sie an die DEUTSCHE SPRACHWELT schicken: schriftleitung@deutsche-sprachwelt.de.
@ Weltweit große Nachfrage nach der deutschen Sprache
01. 08. 2002 (goe) Zwanzig Millionen Menschen lernen im Ausland Deutsch. Dies geht aus einer aktuellen Untersuchung hervor, die das Goethe-Institut Inter Nationes gemeinsam mit dem Deutschen Akademischen Austauschdienst, der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen und dem Auswärtigen Amt in über 140 Ländern durchgeführt hat. Demnach ist das Interesse am
Deutschlernen entgegen gängiger Befürchtungen unverändert groß. Deutliche Zuwächse konnten dabei im Bereich der Erwachsenenbildung ausgemacht werden, in der zur beruflichen Zusatzqualifikation das Erlernen von Deutsch als vielversprechende Wahl für eine zweite Fremdsprache neben dem Englischen wahrgenommen wird. An den Hochschulen wird Deutsch in der Regel im Rahmen des studienbegleitenden Fremdsprachenunterrichts erlernt. Bei den übergreifenden Studiengängen wie den sogenannten European Studies ziehen viele Studenten Deutsch einer anderen Fremdsprache vor. Auch im Rahmen der Planungen für Mehrsprachigkeit im Primar- und Sekundarschulunterricht steigt fortwährend die Nachfrage nach Deutsch als zweiter Fremdsprache.
@ Schriftsteller Günter Kunert unterzeichnet Rechtschreib-Resolution
10. 07. 2002 (dsw) Nach dem Schauspieler Manfred Krug und dem Dichter Reiner Kunze unterstützt nun mit dem Schriftsteller
Günter Kunert mittlerweile der dritte prominente DDR-Dissident die Resolution zur Wiederherstellung der Einheitlichkeit der deutschen Rechtschreibung. Kunert, Krug und Kunze haben bereits während der DDR-Diktatur mit der Unterzeichnung einer Resolution auf sich aufmerksam gemacht. 1976 unterschrieben sie den Protestbrief gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns. Das war der Auslöser dafür, den unliebsamen Kritiker Kunert aus der SED auszuschließen. Drei Jahre später mußte Kunert mit seiner Familie die DDR verlassen. Auch Krug und Kunze hielten sich nicht mehr lange in der DDR. Der Untergang des Regimes 1989 gab den Dissidenten recht. Auch gegen die diktatorisch eingeführte Rechtschreibreform setzen sie sich ein. Das Beenden von Fehlentwicklungen verlangt einen langen Atem und Zähigkeit, wie sie Vorbilder wie die drei Dissidenten verkörpern. Deswegen ist gerade deren Unterstützung eine große Bereicherung.
@ Rechtschreib-Resolution in der F. A. Z.!
18. 06. 2002 (dsw) Heute ist in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (F. A. Z.) die Resolution zur Wiederherstellung der Einheitlichkeit der deutschen Rechtschreibung erschienen. Weit über 150 Institutionen unterstützen mittlerweile den Aufruf, aber auch einzelne Prominente wie der ehemalige Regierende Bürgermeister von Hamburg, Klaus von Dohnanyi, der Schauspieler Manfred Krug oder der Schriftsteller Reiner Kunze. Von der Veröffentlichung in der F. A. Z. erhoffen sich die Träger der Resolution (DEUTSCHE SPRACHWELT, Verein für deutsche Rechtschreibung und Sprachpflege e. V., Lebendige deutsche Sprache e. V. und Astrid L. Mannes) weiteren Zulauf für ihre Aktion. Die Resolution soll mit Anzeigen weit verbreitet werden. Danach wollen die Initiatoren den Aufruf den Kultusministern und der Rechtschreibkommission übergeben. Die in der F. A. Z. abgedruckte Resolution können Sie hier als PDF herunterladen. Kontakt: resolution@deutsche-sprachwelt.de.
Spendenkonto: Verein für Sprachpflege e. V., Stadt- und Kreissparkasse Erlangen, Bankleitzahl 763 500 00, Konto 400 1957, Stichwort: RESOLUTION.
@ Untersuchung: Berliner ABC-Schützen mit besorgniserregenden Sprachschwierigkeiten
12. 06. 2002 (dsw) Eine Untersuchung an 10 000 Berliner Kindern, die im Herbst eingeschult werden, brachte es an den Tag: Zwei Drittel von ihnen benötigen Sprachförderunterricht; bei ausländischen Kindern sind es sogar 90 Prozent, bei einheimischen etwa 50 Prozent. Schulsenator Klaus Böger gab für diesen Mißstand mehrere Ursachen an: Ausländische Kinder hätten häufig noch bildungsferne Elternhäuser. Entscheidend für die Sprachschwäche deutscher Kinder sei die soziale Situation, der Verfall der Kommunikation und der Medienkonsum.