Deutsche Sprachwelt
Die Sprachzeitung für alle! Die Sprachzeitung für alle! Deutsche Sprachwelt - Gemeinsam erhalten und gestalten
Hauptseite
Wissen
Neueste Ausgabe
Berichte
Archiv
Meinung
Sprachpanscherei
Sprachwahrer
Engleutsch?
Dienste
Spenden
Verweise
Impressum
Kontakt

Nachrichten


Nachrichten von APRIL bis MAI 2002


Die Schlagzeilen im Überblick:

Bund Freiheit der Wissenschaft kehrt vollständig zur klassischen Rechtschreibung zurück (27.05.2002)

Schwedischer Reichstag empfiehlt Einrichtung eines Sprachrates (22.05.2002)

Robert Redford: Amerikanisierung erdrückt europäische Kultur (17.05.2002)

Aktionär fordert Nichtentlastung des Telekomvorstandes wegen „anglo-amerikanischer Sprachmischerei“ (17.05.2002)

Eisenberg: Akademie veröffentlicht noch in diesem Jahr eine Wörterliste mit neuen Vorschlägen zur Rechtschreibreform (17.05.2002)

Experiment gescheitert: Das „Wirtschaftsblatt“ stellt wieder auf die klassische Rechtschreibung um (15.05.2002)

Neue Allensbach-Umfrage: Nur 10 Prozent befürworten die Rechtschreibreform (19.04.2002)

Rechtschreib-Resolution: Spendenkonto eingerichtet (09.04.2002)

Türkische Unternehmer fordern begrenzten Ausländeranteil in Schulklassen (08.04.2002)

Rechtschreib-Resolution findet immer mehr Unterstützer (03.04.2002)

CDU in Nordrhein-Westfalen beantragt Bericht über Akzeptanz der Rechtschreibreform (02.04.2002)


@ Bund Freiheit der Wissenschaft kehrt vollständig zur klassischen Rechtschreibung zurück
27. 05. 2002 (dsw) Der Bund Freiheit der Wissenschaft (BFW) kehrt nun wieder gänzlich zur hergebrachten Rechtschreibung zurück. Das teilte der Vorsitzende Hans Joachim Geisler mit. Bisher gab es in der Bundeszeitschrift „Freiheit der Wissenschaft“ eine gemischte Schreibweise aus teils klassischer, teils reformierter Schreibung. Nach zahlreichen Beschwerden der Leser entschied am 16. Mai dieses Jahres der Vorstand, daß künftig nur noch die hergebrachte Rechtschreibung verwendet werde.

@ Schwedischer Reichstag empfiehlt Einrichtung eines Sprachrates
22. 05. 2002 (pau) Eine Untersuchungskommission des Schwedischen Reichstages hat in einem Bericht die Einrichtung eines behördlichen Schwedischen Sprachrates empfohlen. Außerdem solle das Schwedische gestärkt werden, indem es den Rang einer offiziellen Landessprache erhält. Die Abgeordneten sorgen sich um die Verdrängung des Schwedischen vor allem aus der Wissenschaft, Wirtschaft und Politik zugunsten eines verarmten Englischs. Die Mehrheit der Bevölkerung werde sprachlich ausgeschlossen. Ein Schwedischer Sprachrat solle für klares und verständliches Schwedisch in Medien, Behörden, Schulen und Hochschulen sorgen.

@ Robert Redford: Amerikanisierung erdrückt europäische Kultur
17. 05. 2002 (dsw) Hollywood-Schauspieler und Oscar-Preisträger Robert Redford sorgt sich um die europäische Kultur. In Europa sehe er heute überall amerikanische Handelsketten, sagte er der Zeitschrift „Fit for Fun“. Es sei kein gesunder Zustand, wenn eine Kultur von einer anderen so erdrückt werde. Redford kann sich nicht vorstellen, daß Deutsche oder Franzosen die Amerikanisierung noch lange mitmachen.

@ Aktionär fordert Nichtentlastung des Telekomvorstandes wegen „anglo-amerikanischer Sprachmischerei“
17. 05. 2002 (dsw) Stephan Krüger, ein Aktionär der Deutschen Telekom und Mitglied des Vereins Deutsche Sprache (VDS), hat einen Gegenantrag zur Telekom-Aktionärshauptversammlung in Köln am 28. Mai 2002 eingereicht. Krüger schlägt den Aktionären vor, dem Vorstand die Entlastung „aufgrund des übermäßig hohen Gebrauches englischer und anglo-amerikanischer Sprachmischerei“ zu verweigern. Die Telekom hat den Gegenantrag von Herrn Krüger in die Tagesordnung aufgenommen und mit der Einladung an alle Aktionäre weltweit versandt. Stephan Krüger bittet nun alle Aktionäre der Telekom, entweder in Köln ihr Stimmrecht auszuüben und dem Vorstand die Entlastung zu verweigern (Anwesenheit erforderlich) oder das Stimmrecht auf ihn zu übertragen.

@ Eisenberg: Akademie veröffentlicht noch in diesem Jahr eine Wörterliste mit neuen Vorschlägen zur Rechtschreibreform
17. 05. 2002 (dsw) Professor Peter Eisenberg, der den Lehrstuhl für Deutsche Gegenwartssprache an der Universität Potsdam innehat, teilte der Märkischen Allgemeinen Zeitung (MAZ) heute mit: „Die Deutsche Akadmie für Sprache und Dichtung wird noch im laufenden Jahr mit einer vergleichsweise gründlich recherchierten Wörterliste an die Öffentlichkeit treten, mit der man alte und neue Schreibungen systematisch vergleichen kann. An der Erarbeitung ist unsere Professur maßgeblich beteiligt. Die Liste wird auch Vorschläge der Akademie für eine künftige Regelung enthalten, die weder Herrn Augst noch Herrn Ickler recht geben. Zur Buchmesse wird außerdem das neue, große Rechtschreibwörterbuch des Deutschen Taschenbuchverlages München erscheinen, das ein von mir verfaßtes Gesamtregelwerk enthält. Es fordert und formuliert ebenfalls den Rückbau der schlimmsten Fehler der Neuregelung.“

@ Experiment gescheitert: Das „Wirtschaftsblatt“ stellt wieder auf die klassische Rechtschreibung um
15. 05. 2002 (pau) Das Wirtschaftsblatt ist mit seiner Ausgabe 1-2/2002 wieder zur klassischen Rechtschreibung zurückgekehrt. Herausgeber Michael Oelmann schreibt in seinem Herausgeberbrief auf Seite 11: „Klares, richtiges Schreiben hängt mit klarem und richtigem Denken ursächlich zusammen. Und erst recht im Wirtschaftsleben sind Eindeutigkeit und Korrektheit in der Kommunikation Basis funktionierenden Geschäftsverkehrs. [...] Gerade jetzt wieder hat die 'Zwischenstaatliche Kommission' neue 'Empfehlungen' vorgeschlagen; als Indiz des eigenen Scheiterns sind nunmehr 'Toleranz-Metaregeln' erlaubt, also: anything goes. [...] Die Rechtschreibreform ist längst gescheitert, gebracht hat sie noch nicht einmal Vereinfachung, sondern Chaos. Wir vom Wirtschaftsblatt ziehen unsere Konsequenzen (und machen es den anderen renommierten Zeitungen nach): Wir verwenden künftig wieder die alte Rechtschreibung.“

@ Neue Allensbach-Umfrage: Nur 10 Prozent befürworten die Rechtschreibreform


19. 04. 2002 (man) Die Rechtschreibreform, die im Juli 1996 beschlossen wurde, stößt nach wie vor auf den breiten Widerstand der Bevölkerung. Das belegt eine aktuelle Umfrage des unabhängigen Instituts für Demoskopie in Allensbach von Mitte April 2002. Danach lehnt über die Hälfte der Befragten die neuen Regeln ab. 56 Prozent der Bevölkerung erklärten sich als Gegner der Reform, während sich nur zehn Prozent wohlwollend über die Reform äußerten. Nur 25 Prozent der Deutschen im Alter über 16 Jahren haben sich nach eigenen Angaben auf die neue Rechtschreibung eingestellt. Die Mehrheit der Bevölkerung gab an, sich auch künftig nicht auf die Reform einstellen zu wollen. Besonders groß fällt die Abneigung der Menschen ab 60 Jahren aus. Hier lehnen 77 Prozent die Reform ab. Damit sind die Aussagen der Zwischenstaatlichen Kommission über die angeblich breite Akzeptanz der Reform widerlegt. Das neue Regelwerk konnte sich nicht durchsetzen. Die genauen Umfrageergebnisse können Sie sich bei uns in einer Pdf-Datei herunterladen.

@ Rechtschreib-Resolution: Spendenkonto eingerichtet
09. 04. 2002 (dsw) Die Resolution zur Wiederherstellung der bisherigen einheitlichen Rechtschreibung findet nach wie vor immer größere Unterstützung. Rund 70 Institutionen stehen inzwischen hinter der Erklärung. Um ihre Verbreitung durch Anzeigen usw. zu fördern, hat der Verein für Sprachpflege e. V. sein Konto als Spendenkonto bereitgestellt. Wer die Aktion unterstützen und die Verbreitung der Rechtschreibresolution fördern will, überweist an:

Verein für Sprachpflege e. V.
Stadt- und Kreissparkasse Erlangen
Bankleitzahl 763 500 00
Kontonummer 400 1957

Bitte auf dem Überweisungsträger das Stichwort „RESOLUTION“ eintragen.

@ Türkische Unternehmer fordern begrenzten Ausländeranteil in Schulklassen
08. 04. 2002 (dsw) Der Ausländeranteil in Grundschulklassen sollte nach Ansicht türkischer Unternehmer auf höchstens 25 Prozent begrenzt werden. So könne die schulische und berufliche Lage ausländischer Jugendlicher in der Bundesrepublik Deutschland verbessert werden. Das glaubt der Vorsitzende des „Verbandes Türkischer Unternehmer und Industrieller in Europa“ (ATIAD), Esref Ünsal. Außerdem sei eine flächendeckende Sprachförderung und eine frühere Einschulung erforderlich. Der Anteil der ausländischen Jugendlichen ohne Schulabschluß ist nach Angaben des Verbandes um 0,5 Prozent auf 19,9 Prozent gestiegen. 26 Prozent der deutschen, aber nur 10 Prozent der ausländischen Jugendlichen erreichten das Abitur. Ünsal wies jedoch die Ansicht zurück, das schlechte Abschneiden der Bundesrepublik Deutschland bei der Pisa-Untersuchung sei auch auf die schwachen Leistungen ausländischer Schüler zurückzuführen. „Ein Ausländeranteil von unter 10 Prozent an deutschen Schulen kann nicht ursächlich sein für eine Plazierung in den hintersten Rängen.“ Die Pisa-Studie hatte hingegen herausgefunden, daß 22 Prozent der 15jährigen Schüler ein Elternteil haben, das im Ausland geboren worden ist. In Westdeutschland liegt der Anteil sogar bei 27 Prozent.

@ Rechtschreib-Resolution findet immer mehr Unterstützer
03. 04. 2002 (dsw) Bereits über 50 Institutionen haben sich bereit erklärt, die Resolution zur Wiederherstellung der bisherigen einheitlichen Rechtschreibung zu unterstützen. Zur Resolution.
Wir haben eine Unterstützerliste ins Netz gestellt. Wir erneuern regelmäßig diese Liste und nehmen dabei die neugewonnenen Unterstützer auf. Außerdem haben wir zur Resolution eine Umfrage gestartet, bei der Sie nicht nur abstimmen, sondern auch einen Kommentar abgeben können. Wir bitten um rege Beteiligung. Die Aktion ist noch nicht beendet! Weitere Institutionen können in die Unterstützerliste aufgenommen werden. Weitere Publikationen werden gesucht, die bereit sind, die Resolution kostenlos zu veröffentlichen. Je sichtbarer der Widerstand ist, desto größer ist die Chance, zur Einheit der deutschen Rechtschreibung zurückzufinden. Kontakt: schriftleitung@deutsche-sprachwelt.de.

@ CDU in Nordrhein-Westfalen beantragt Bericht über Akzeptanz der Rechtschreibreform
02. 04. 2002 (dsw) Mit einem Antrag will die CDU in Nordrhein-Westfalen die Rechtschreibreform auf den Prüfstand stellen. Dazu soll die Landesregierung bis zur Sommerpause einen Bericht über die Akzeptanz und den Erfolg der neuen Schreibregeln vorlegen. Der stellvertretende Vorsitzende und schulpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Bernhard Recker, bezeichnet die bisherigen Ergebnisse der Reform als „Verwirrspiel“ und „Wildwuchs“. Durch den jetzt vorliegenden Bericht der „Zwischenstaatlichen Kommission für die deutsche Rechtschreibung“ werde die Verunsicherung noch steigen. Daraus gehe hervor, daß teilweise Schreibweisen wieder zugelassen werden sollen, die durch die Reform beseitigt wurden. Recker fürchtet vor allem negative Auswirkungen auf den Deutschunterricht: „Die Schüler begegnen inzwischen einer Vielfalt konkurrierender Orthographien, was zu einer zunehmenden Laxheit beim Erlernen und bei der Kultur der deutschen Schriftsprache führt.“ Die CDU-Landtagsfraktion fordert daher Klarheit über die orthographische Qualität der verwendeten Lehrmaterialien. Sie will überprüfen lassen, in wieweit die Rechtschreibregeln einheitlich an den verschiedenen Schulen und in den verschiedenen Jahrgangsstufen angewandt und bewertet werden. Nur so könnten die Fort- oder Rückschritte des Regellernens und -befolgens im Vergleich zur alten Rechtschreibung festgestellt werden. „Vieles spricht dafür, daß große Teile der Rechtschreibreform eine Fehlentscheidung waren“, meint Recker.

 
Zurück Nach Oben
© 2000-2010 Verein für Sprachpflege e. V. – Alle Rechte vorbehalten!