@ Missstand: Broschüre der F.A.Z.
04. 02. 2001 (vrs) Zur Auseinandersetzung über die deutsche Rechtschreibung hat die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (F.A.Z.) die Broschüre „Die Reform als Diktat“ herausgebracht. Bestellen Sie die kostenlose Publikation unter Fernruf 0049-(0)69-7591-1518 oder bei p.bolz@faz.de.
Anmerkung: Die FAZ veröffentlichte die DIN A4-Anzeige „Missstand“ pünktlich zur ersten konstituierenden Sitzung des Beirats für deutsche Rechtschreibung am Donnerstag, 8. Februar 2001, im Institut für Deutsche Sprache (IDS) in Mannheim. Aus diesem Anlaß weist die FAZ erstmals in einer Anmerkung auf ihre kostenlose Broschüre „Die Reform als Diktat“ hin.
@ DEUTSCHE SPRACHWELT in dritter Ausgabe erschienen
01. 02. 2001 (wun) Seit Mitte Januar wird die dritte Ausgabe der DEUTSCHEN SPRACHWELT ausgeliefert. Zu den Themen gehören unter anderem die Vorstellung der Sprachwahrer des Jahres, ein Artikel über eine VDS-Aktion zur Landtagswahl in Baden-Württemberg und ein Bericht zum Thema "Duden oder Ickler? Schreiben im deutschen Rechtschreibhacos: Die echte Schreibreform (Teil 1)". Außerdem erfahren Sie mehr über die Zukunft der DEUTSCHEN SPRACHWELT. So wird der Umfang der Zeitung ab der vierten Ausgabe auf zwölf statt bisher acht Seiten erhöht. Um künftig eine feste Berechnungsgrundlage zu haben, soll ab der vierten Ausgabe auch ein Dauerbezugspreis angeboten werden. Das Spendenkonzept wird allerdings nicht aufgegeben, um auch weiterhin eine möglichst hohe Auflage zu erzielen. Mehr dazu erfahren Sie in Kürze auf dem Weltnetz-Angebebot der DEUTSCHEN SPRACHWELT. Bestellen können Sie die dritte Ausgabe der DEUTSCHEN SPRACHWELT in A-2103 Lang-Enzersdorf, Postfach 27, Österreich, per Ferndruck unter Ferndruck 0043-(0)2244-30542 oder vie E-Brief unter bestellung@deutsche-sprachwelt.de.
@ Kulturminister Nida-Rümelin: Deutsch ist tot
01. 02. 2001 (dsw) Kulturstaatsminister Julian Nida-Rümelin hat die deutsche Sprache als Wissenschaftssprache für tot erklärt. Bei einer Veranstaltung zum Europäischen Jahr der Sprachen in München forderte er deswegen zum Lernen von Englisch auf; denn dies sei die Sprache der Wissenschaft. Er sprach sich dafür aus, nicht den Kampf fortzuführen, den wir als Deutsche endgültig verloren haben. Man solle sich nicht beklagen, daß deutsche Wissenschaftler selbst in deutschen Fachzeitschriften auf englisch veröffentlichten. Es könne andernfalls keinen internationalen Diskurs geben. Und so jemand ist deutscher Kulturstaatsminister...
@ Dialekt verrät Geburtsort Tilman Riemenschneiders
20. 01. 2001 (pau) Tilman Riemenschneiders eigener Dialekt hat den Geburtsort des bedeutendsten spätgotischen Bildhauers (etwa 1460 bis 1531) verraten. Höchstwahrscheinlich wuchs Riemenschneider im nordthüringischen Heiligenstadt auf. Das fand der Sprachwissenschaftler Matthias A. Fritz von der Freien Universität Berlin heraus. Fritz untersuchte eine Gebetsinschrift, die sich auf dem Mantelsaum einer wahrscheinlich um 1505 von Riemenschneider geschaffenen Lindenholzfigur des Apostels Matthias befindet. Das Gebet weist Merkmale eines ganz bestimmten Dialekts auf, der im Obereichsfeldischen in Nordwestthüringen gesprochen wird. Er vereinigt in sich Merkmale der nieder- und der oberdeutschen Lautung. Das Wort muder (Mutter) mit niederdeutschem d und die Verbform pit (bitten) mit oberdeutscher Wandlung von b zu p stellen eine ungewöhnliche Kombination aus Nieder- und Oberdeutsch dar, die für die obereichsfeldische Mundart typisch ist. Von Heiligenstadt im Eichsfeld hatte man bisher nur vermutet, daß es Tilman Riemenschneiders Geburtsort ist, weil möglicherweise sein Vater 1465 von Heiligenstadt nach Osterode/Harz gezogen war.
@ Goethe-Fusion rechtskräftig
18. 01. 2001 (dsw) Am 8. Januar wurde im Vereinsregister des Amtsgerichts München der Verein Goethe-Institut Inter Nationes eingetragen. Damit ist die Fusion juristisch vollzogen. Mit dem Tag der Eintragung ist die neue Satzung des Vereins in Kraft getreten. In dieser Satzung werden als Vereinsziele künftig genannt:
· die Förderung der Kenntnis deutscher Sprache im Ausland
· die Pflege der internationalen kulturellen Zusammenarbeit
· die Vermittlung eines umfassenden Deutschlandbildes durch Informationen über das kulturelle, gesellschaftliche und politische Leben.
Durch die Unterzeichnung eines neuen Rahmenvertrags am 17. Januar sind die Grundlagen der Zusammenarbeit zwischen dem Verein Goethe-Institut Inter Nationes und den Haupt-Zuwendern Auswärtiges Amt (institutionelle und Projektförderung etwa 330 Millionen Mark jährlich) und Bundespresseamt (Projektförderung etwa 15. Millionen Mark jährlich) geregelt. Leitprinzip bleibt die inhaltliche Unabhängigkeit der Arbeit des Instituts und seiner 128 Außenstellen in aller Welt.
@ Joachim-Felix Leonhard neuer Goethe-Generalsekretär
17. 01. 2001 (dsw) Das Präsidium des Vereins Goethe-Institut Inter Nationes hat Professor Joachim-Felix Leonhard mit großer Mehrheit zu seinem neuen Generalsekretär gewählt. Leonhard wird Sprecher eines insgesamt vierköpfigen Vorstands und sein Amt voraussichtlich im Frühjahr antreten. Der Präsident des Goethe-Instituts, Hilmar Hoffmann, zeigte sich über die Wahl erfreut: Leonhard hat für diesen schwierigen Posten mit seinem doppelten Profil als ausgewiesener Kulturpolitiker und Manager im öffentlich-rechtlichen Umfeld die idealen Voraussetzungen. Seine Herkunft aus dem Bibliotheks- und Medienbereich paßt perfekt zum neuen, fusionierten Institut." Die Zustimmung von Außenminister Joschka Fischer erwartet man in den nächsten Tagen.
@ Rockatzis? Griechische Philosophen gegen Greeklish
10. 01. 2001 (pau) Rund vierzig griechische Philosohen, Archäologen und Politiker haben eine Denkschrift zusammengstellt, die belegen soll, daß das Weltnetz die griechische Sprache verhunzt. Das berichtet die englische Tageszeitung The Times. Die Intellektuellen forderten in einem Beschwerdebrief die griechische Regierung auf, gegen die Unterhöhlung ihrer Sprache vorzugehen. Das mythologische Trojanische Pferd werde zum Beispiel durch das Netz mißbraucht. Eine unzumutbare Mischung aus Englisch und Griechisch sei im Entstehen: Greeklish. So würde beispielsweise aus dem englischen laptop in Greeklish kompiuteraki, aus rock musicians würden rockatzis. Obwohl griechische Rechner auch mit griechischen Buchstaben arbeiten, verwendeten die meisten Griechen beim Schreiben von E-Briefen die lateinische Schrift.
@ Sprache der Rama vom Aussterben bedroht
03. 01. 2001 (jho) An der südlichen Karibikküste Nikaraguas leben die Rama-Indianer, deren Sprache allmählich vom Aussterben bedroht zu sein scheint. Nur noch etwa 50 Personen dieses Stammes beherrschen ihre Sprache noch, der Rest spricht nur das Kreol-Englisch, das von der schwarzen Bevölkerung der südlichen Atlantikküste des Landes gesprochen wird. Nora Rigby, eine Rama, die ihre Stammessprache lange Zeit unterrichtete, mußte ihre Tätigkeit nun aufgeben, da sie keine finanzielle Unterstützung von der Regierung mehr bekommt.